Faktoren, die zu einer negativen Beeinflussung der Wasserqualität führen können

  • Biofilmbildung
  • Stagnation des Trinkwassers im Verteilungssystem
  • Mangelhafte Wirksamkeit von Aufbereitung/Desinfektion
  • Fremdwassereinbrüche
  • Zeit- und materialabhängige Einflüsse der Trinkwasser-Installation
  • Rohrbrüche
  • Eintrag durch pflanzliches Dichtungsmaterial (z.B. Hanf)
  • Arbeiten an der Trinkwasser-Installation

Folgende Bakteriegruppen und -arten  werden in unseren Paketen im Trinkwasser untersucht und geben Aufschluss über mögliche Gefährdungen


Koloniezahl 22°C

Gesetzliche Anforderung: 100 KbE*/ ml am Zapfhahn des Verbrauchers

*KbE=Kolonie bildende Einheit

Eine erhöhte Koloniezahl bei 22 °C ist nicht unmittelbar mit einer gesundheitlichen Gefährdung verbunden, ist aber ein Hinweis auf Verunreinigungen des Trinkwassers nach der Aufbereitung, im Verteilungssystem oder der Trinkwasser-Installation. Es kann auch auf eine verminderte Rohwasserqualität hinweisen. Der durch die meist harmlosen Bakterien gebildete Biofilm kann Lebensraum für Krankheitserreger werden.

Eine Grenzwertüberschreitung sollte nicht dauerhaft toleriert werden.


Koloniezahl 36°C

Gesetzliche Anforderung: 100 KbE*/ ml am Zapfhahn des Verbrauchers

*KbE=Kolonie bildende Einheit

Eine erhöhte Koloniezahl bei 36 °C ist nicht unmittelbar mit einer gesundheitlichen Gefährdung verbunden, ist aber ein Hinweis auf Verunreinigungen des Trinkwassers nach der Aufbereitung, im Verteilungssystem oder der Trinkwasser-Installation. Es kann auch auf eine verminderte Rohwasserqualität hinweisen. Da die bei 36 °C kultivierbaren Keime eine höhere Temperatur bevorzugen, ist nicht auszuschließen, dass auch potenzielle pathogene Mikroorganismen wie z.B. Pseudomonaden oder Legionellen in der Trinkwasserinstallation vorkommen. Der durch die meist harmlosen Bakterien gebildete Biofilm kann Lebensraum für solche Krankheitserreger werden.

Eine Grenzwertüberschreitung sollte nicht dauerhaft toleriert werden und ggf. sollten weitere Untersuchungen z.B. eine Legionellen-Untersuchung durchgeführt werden.

 


Escherichia coli

Gesetzliche Anforderung: 0 KbE*/ 100 ml

*KbE=Kolonie bildende Einheit

Das Bakterium Escherichia coli (E. coli) darf in 100 ml Trinkwasser nicht nachgewiesen werden. Sind Bakterien der Art E. coli im Trinkwasser nachweisbar, ist dies immer ein eindeutiger Hinweis auf fäkale Einträge. Eine gesundheitliche Gefährdung ist möglich. Zwar gibt es eine Vielzahl von nicht pathogenen E. coli, die zur normalen Darmflora des Menschen gehören, jedoch gibt es auch einige hoch pathogene E. coli, die schwere Darmerkrankungen hervorrufen können.

Eine Grenzwertüberschreitung ist nicht tolerierbar und es sollten sofort Maßnahmen wie z.B. eine Desinfektion ergriffen werden. Bei einer höheren Belastung sollte das Wasser nicht als Trinkwasser benutzt werden und als Mindestmaßnahme abgekocht werden.

 


Coliforme Bakterien

Gesetzliche Anforderung: 0 KbE*/ 100 ml

*KbE=Kolonie bildende Einheit

Coliforme Bakterien dürfen in 100 ml Trinkwasser nicht nachgewiesen werden. Sind coliforme Bakterien im Trinkwasser nachweisbar, ist dies ein Hinweis auf fäkale und/oder nicht-fäkale Verunreinigungen. Eine niedrige Konzentration kann auch bei einer plötzlichen Erhöhung der Fließgeschwindigkeit auftreten, dabei würde es sich dann um eine zeitlich beschränkte Nachweisbarkeit von coliformen Bakterien handeln. Eine gesundheitliche Gefährdung ist bei einem alleinigen Nachweis von coliformen Bakterien unwahrscheinlich, bei abwehrgeschwächten Personen aber nicht auszuschließen.

Dauerhaft ist eine Grenzwertüberschreitung nicht tolerierbar und wenn möglich sollte die Quelle der Kontamination ermittelt werden.

 


Enterokokken

Gesetzliche Anforderung: 0 KbE*/ 100 ml

 

*KbE=Kolonie bildende Einheit

 

Enterokokken dürfen in 100 ml Trinkwasser nicht nachgewiesen werden. Sind Enterokokken im Trinkwasser nachweisbar, ist dies ein eindeutiger Hinweis auf fäkale Verunreinigungen. Werden Enterokokken, aber keine coliformen Bakterien oder E. coli nachgewiesen, deutet dies auf eine bereits länger zurückliegende Kontamination hin, da Enterokokken gegenüber Umwelteinflüssen aber auch Desinfektionsmitteln unempfindlicher sind. Eine gesundheitliche Gefährdung ist bei einem Nachweis von Enterokokken möglich.

Eine Grenzwertüberschreitung ist nicht tolerierbar und es sollten sofort Maßnahmen wie z.B. eine Desinfektion ergriffen werden. Bei einer höheren Belastung sollte das Wasser nicht als Trinkwasser benutzt werden und als Mindestmaßnahme abgekocht werden

 


Pseudomonas aeruginosa

Gesetzliche Anforderung:  kein Grenzwert  
Pseudomonas aeruginosa Bakterien sollten in 100 ml Trinkwasser nicht nachweisbar sein. Pseudomonas aeruginosa gilt als wichtiger Krankheitserreger, der durch Wasser übertragbar ist.  Im Zuge baulicher Veränderungen in der Trinkwasser-Installation oder bei Neubau, können Pseudomonas aeruginosa Bakterien in das Trinkwasser gelangen. Nach Trinkwasserverordnung ist daher eine Untersuchung auf Pseudomonas aeruginosa anlassbezogen, z.B. nach baulichen Veränderungen, durchzuführen.  P. aeruginosa ist sehr anspruchslos in Bezug auf Nährstoffe, kann in einem breiten Temperaturbereich wachsen und ist in der Lage, selbst in neuen Rohren einen Biofilm zu bilden. Die Infektion mit P. aeruginosa kann zu chronischen Wundinfektionen führen. Da der Erreger eine hohe Antibiotika-Resistenz besitzt und äußerst anpassungsfähig ist, kann eine solche Wundinfektion nur schwer behandelt werden und unter Umständen sogar zum Tod führen. Personen, die an Mukoviszidose leiden, offene Wunden oder Verbrennungen haben oder Katheter eingesetzt bekommen haben, sind besonders gefährdet. P. aeruginosa tritt meist über den Kontakt mit kontaminiertem Wasser durch verletzte Haut ein. Aber auch die Aufbewahrung von Kontaktlinsen in kontaminiertem Wasser kann zu schwerwiegenden Infektionen führen.
Kann P. aeruginosa im Trinkwasser nachgewiesen werden, sollte als erste Maßnahme eine Spülung durchgeführt werden. Die Kontaminationsquelle muss identifiziert und beseitigt werden.

 


Legionellen

Legionella spp. /Legionella pneumophila

 

Gesetzliche Anforderung: 100 KbE*/ 100 ml

 

*KbE=Kolonie bildende Einheit

Die Konzentration an Legionellen darf den Grenzwert von 100 KbE in 100 ml Trinkwasser nicht überschreiten. Dabei ist zu beachten, dass dieser Wert kein gesundheitlich orientierter Grenzwert ist, sondern ein technischer Maßnahmewert. Da Legionellen unabhängig von einer fäkalen Belastung nachgewiesen werden können, ist deren Auftreten immer ein Indiz für Mängel im hygienisch-technischen Betriebszustand der Trinkwasser-Installation. Legionellen kommen überall und natürlicherweise im Wasser vor. Vermehren können sie sich gut im warmen Wasser, dabei liegt die Temperatur für eine optimale Vermehrung zwischen 25 °C und 50 °C. Ab einer Temperatur von über 55 °C ist eine Vermehrung unwahrscheinlich. Ab 60 °C beginnen die Legionellen abzusterben. Eine komplette, wirksame Abtötung von Legionellen erfolgt erst bei einer Temperatur von über 70 °C.

Alle Arten der Gattung Legionella sind potenziell krankheitserregend. Im Jahr 2001 wurde eine Legionellose-Meldepflicht eingeführt. Die gemeldeten Fallzahlen steigerten sich kontinuierlich und haben sich in den letzten Jahren bei ca. 600 Erkrankungen jährlich stabilisiert. Dies sind jedoch nur die gemeldeten Erkrankungen und es ist von einer erheblichen Untererfassung auszugehen, da nicht alle Fälle von Legionellose als solche erkannt werden.

In großen Warmwasseranlagen finden Legionellen günstige Lebensbedingungen, ebenso in verzweigten und umfangreichen Rohrsystemen. Ein weiterer Faktor, der das Wachstum von Legionellen im Trinkwasser positiv beeinflusst, ist eine Stagnation des Wassers, insbesondere des warmen Wassers. Eine solche Stagnation ist bei wenig benutzten Abnahmestellen zu beobachten, besonders aber in Ferienwohnungen, Ferienhäusern oder in der eigenen Wohnung nach einem längeren Urlaub.

Eine Infektion erfolgt fast ausschließlich durch die Inhalation Legionellen-haltiger Aerosole, also z.B. beim Duschen. Das Trinken von mit Legionellen kontaminierten Wasser ist für Menschen in der Regel ungefährlich.

Die Inhalation von Legionellen kann zu einer Legionellose führen. Die schwere Form der Legionellose ist bekannt als Legionärskrankheit. Es handelt sich dabei um eine sehr schwerwiegende Lungenentzündung (Legionellen-Pneumonie), die in 10 – 15 % aller Fälle sogar tödlich verlaufen kann, und dies trotz einer möglichen Antibiotikabehandlung! Auch bei nicht tödlich verlaufenden Lungenentzündungen dauert die Genesung lange und es kann eine eingeschränkte Lungenfunktion zurückbleiben.

Außerdem kann das sogenannte Pontiac-Fieber durch Legionellen verursacht werden. Diese Krankheit verläuft mit grippeähnlichen Symptomen, führt jedoch nicht zu einer Lungenentzündung.

90 % der Legionellosen werden durch Legionella pneumophila verursacht, der damit für den Menschen bedrohlichsten Art von Legionellen!

Wir bieten einen Test, der genau diese Art identifizieren kann, den Legionellen Test PLUS!


Folgende chemische Parameter werden in unseren Paketen untersucht.



Aluminium

Aluminium ist im Trinkwasser von Natur aus enthalten. Die Mehrzahl der Wasserwerke verwendet außerdem Aluminiumsulfat zur Trinkwasseraufbereitung. Dieses Flockungsmittel wird eingesetzt um kleine gelöste Partikel sowie Bakterien zu binden und herauszufiltern. Durch Trinkwasser wird weniger als 1 % der täglichen Aluminiummenge aufgenommen. Das Aluminium verteilt sich nach der Aufnahme sehr ungleichmäßig auf die unterschiedlichen Gewebe. Auch ins Gehirn kann Aluminium gelangen. Der Gehalt an Aluminium steigt in allen Geweben mit dem Alter an. Aluminium kann das Gehirn schädigen, das jedoch nur bei Mengen, die unter normalen Umständen nicht über die Nahrung oder die Haut aufgenommen werden können. Ein Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Aluminium und der Alzheimer-Krankheit wird und wurde oft diskutiert, konnte jedoch noch nie nachgewiesen werden. Der aktuelle Grenzwert für Aluminium im Trinkwasser beträgt 0,2 mg/l.

 


Arsen

Arsen ist in der Umwelt weit verbreitet. Es kommt natürlicherweise in verschiedenen Mineralien vor. Es hat als Legierungsbestandteil in der Metallurgie und in der Halbleiterindustrie eine wichtige Bedeutung. Im Trinkwasser können anorganisches Arsen und methylierte Verbindungen des Arsens vorkommen. Arsen ist giftig und kann unter anderem Hautläsionen, Herzkreislauferkrankungen, Diabetes und Krebs verursachen. Kleinkinder und Säuglinge sind stärker gefährdet. Die Aufnahme von Arsen durch das Trinkwasser beträgt allerdings nur einen geringen Teil der durch die Nahrung aufgenommen Arsenmenge. Größeren Anteil haben hier andere Lebensmittel. Aufgrund der hohen Toxizität von Arsen ist es allerdings wünschenswert, dass Trinkwasser möglichst wenig Arsen enthält. Aus diesem Grund wurde ein sehr niedriger Grenzwert festgelegt, dieser liegt aktuell bei 0,01 mg/l.

 


Blei

Bis 1973 wurden in Deutschland Trinkwasserinstallationen aus Blei verlegt. Dabei sind Bleirohre für diesen Zweck vollkommen ungeeignet, da permanent Blei an das Trinkwasser abgegeben wird. Seit 1973 werden deshalb Bleirohre nicht mehr für Trinkwasserinstallationen genutzt. Während in neueren Häusern kaum eine Gefahr von Blei im Trinkwasser ausgeht, gibt es in vielen Altbauten immer noch Bleirohre. Blei ist ein Nerven- und Blutgift, das sich im Körper anreichert und die Entwicklung des Nervensystems in besonderem Maße beeinträchtigt. Auch wenn regelmäßig nur geringe Mengen an Blei aufgenommen werden, kann dies von gesundheitlicher Bedeutung sein, besonders für empfindliche Gruppen, zu denen kleine Kinder und Schwangere gehören. Selbst Bleikonzentrationen von 0,01 mg/l bis 0,025 mg/l beeinträchtigen die Blutbildung und Intelligenzentwicklung von ungeborenen Kindern und Kleinkindern. Der Gesetzgeber hat entsprechend reagiert und den Grenzwert für Blei im Trinkwasser mehrfach herabgesetzt. Momentan liegt er bei 0,01 mg/l, dieser Wert darf nicht überschritten werden. Bei Installationen mit Bleirohren wird dieser Wert in der Regel überschritten. Daher ist davon auszugehen, dass noch Bleirohre vorhanden sind, wenn bei einer Wasseruntersuchung ein Wert über 0,01 mg/l ermittelt wird. Gebäudeeigentümer haben dafür Sorge zu tragen, dass diese vollständig durch andere Rohre ersetzt werden. Bei einem Wert unter 0,01 mg/l ist die gesamte Installation mit hoher Wahrscheinlichkeit bleifrei.

 


Cadmium

Cadmium ist ein Schwermetall, das selbst in geringen Konzentrationen im Trinkwasser bedenklich ist. Da Cadmium ein Kumulationsgift ist, das in den inneren Organen gespeichert wird, kann eine länger andauernde Belastung des Trinkwassers auch mit sehr geringen Mengen zu Organschäden der Leber und der Nieren führen. Cadmium kann durch verzinkte Wasserrohre in das Trinkwasser gelangen. Cadmium stellt eine beträchtliche Gesundheitsgefährdung dar, deshalb liegt der Grenzwert entsprechend niedrig, bei 0,003mg/l. Bei einer Überschreitung des Grenzwertes sollten langfristig die alten Rohre in den Hausleitungen (verzinkte Eisenrohre) ausgetauscht werden. Als erste Maßnahme empfiehlt es sich, das Wasser so lange ablaufen zu lassen, bis frisches kaltes Wasser nachströmt.

 


Chrom

Chrom ist ein natürlicherweise vorkommendes metallisches Element, das geschmacklos und geruchlos ist. Es ist ein Spurenelement, das der menschliche Organismus benötigt. In der Umwelt und in natürlichen Gewässern liegt Chrom in zwei Formen vor, der dreiwertigen und der sechswertigen Form. Während die dreiwertige Form eine geringe toxische Wirkung hat und deshalb erst in sehr hohen Konzentrationen eine Gefahr darstellt, ist die sechswertige Form deutlich toxischer und wird als krebserregend eingestuft. Für Trinkwasser gibt es einen Grenzwert für Gesamt-Chrom, dieser liegt aktuell bei einem Wert von 0,05 mg/l.

 


Eisen

In vielen Grundwässern ist Eisen enthalten, der Gehalt ist dabei regional unterschiedlich. Durch Leitungsrohre aus Gusseisen oder verzinktem Eisen kann es bei auftretenden Korrosionen zu einer Abgabe des Eisens an das Trinkwasser kommen. Aus älteren Leitungen kann nach längerer Stagnation des Wassers dann rosthaltiges Wasser fließen, auch oft beschrieben als „braunes“ Wasser. Eisen ist ein Spurenelement, das lebenswichtig ist. Täglich sollte ein Erwachsener ca. 10 mg zu sich nehmen. Hohe Konzentrationen von Eisen im Trinkwasser können allerdings schädlich wirken. Bei einer längeren Aufnahme kann vor allem die Leber geschädigt werden. Der Grenzwert für den Eisengehalt von Trinkwasser liegt bei 0,2 mg/l.

 


Kupfer

In vielen Gebäuden werden statt der früher üblichen Bleirohre, aufgrund seiner sehr guten Formbarkeit, Rohre aus Kupfer verwendet. Bei Neuinstallationen kommt es in den ersten Monaten des Betriebs zu einer verstärkten Freisetzung von Kupfer, wobei der Grenzwert häufig dennoch nicht überschritten wird. Kupfer ist ein Spurenelement, das der menschliche Körper benötigt. Sehr hohe Konzentrationen an Kupfer können allerdings zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. So können Magen- und Darmbeschwerden, Koliken aber auch Leberschäden durch Kupfer hervorgerufen werden. Besonders Säuglinge und Kleinkinder sind aufgrund ihres noch nicht ausgereiften Stoffwechsels gefährdet. Der Einbau von Kupferrohren ist nicht in jedem Gebiet bedenkenlos möglich, die Trinkwasserbeschaffenheit spielt hier eine Rolle, das Wasser darf nicht zu hart und der pH-Wert nicht unter 7 liegen. Bei einem Zusammentreffen mehrerer ungünstiger Faktoren (Neuinstallation, hartes Wasser, saurer pH-Wert, lange Standzeit des Wassers) kann es zu einer Überschreitung des Grenzwertes kommen.  Als gesundheitlich unbedenklich wird eine mittlere Belastung des Wassers mit 2 mg/l angesehen. Bei einem erhöhten Wert empfiehlt es sich, das Wasser so lange ablaufen zu lassen, bis frisches kaltes Wasser nachströmt.

 


Mangan

Mangan ist ein natürlich vorkommendes Spurenelement, das vom Menschen mit der Nahrung aufgenommen werden muss. Die tägliche Manganaufnahme sollte bei 2 -5 mg liegen. Mangan im Trinkwasser hat keine nachteilige Auswirkung auf die menschliche Gesundheit, kann aber den Geschmack des Trinkwassers stark beeinträchtigen. Außerdem können bei Kontakt mit Sauerstoff Manganverbindungen entstehen, die das Wasser rostbraun färben. Zum Teil kann es hierdurch auch zur Verfärbungen der Wäsche kommen. Der Grenzwert für Mangan liegt bei 0,05 mg/l. Bei einer Überschreitung des Grenzwertes auf mehr als 0,2 mg/l sollte das Wasser vorsorglich nicht mehr für die Herstellung von Säuglingsnahrung verwendet werden. 

 


Nickel

Nickel wird oft zur Veredlung von Metallen eingesetzt, da Nickellegierungen sehr beständig gegenüber Laugen und korrosiven Einflüssen sind. Auch verchromte Armaturen enthalten Nickel als Legierungselement. Bei einem niedrigen pH-Wert und in den Armaturen stagnierendem Wasser kann sich Nickel aus den Armaturen lösen und dann den Grenzwert von 0,02 mg/l überschreiten. Obwohl die Aufnahme von Nickel in den Körper nicht akut toxisch ist, kann der Hautkontakt mit Nickel bei Allergikern zu einer Kontaktdermatitis führen. Die allergische Erkrankung entsteht nach einer vorrausgegangenen Sensibilisierung. Der ständige Kontakt mit Nickel und Nickellegierungen führt bei sensibilisierten Personen dazu, dass sich die Nickel-Dermatitis stetig verschlimmert. Von Nickel in Form atembarer Stäube oder Aerosole geht eine krebserregende Wirkung aus. Der Grenzwert der aktuellen Trinkwasserverordnung von 0,02 mg/l soll gewährleisten, dass nur ca. 10 % der täglich mit der Nahrung aufgenommenen Nickelmenge über das Trinkwasser aufgenommen wird. Nickel-Allergiker sollten bei verchromten Armaturen die ersten 250 ml Wasser nicht zum Händewaschen oder zur Körperpflege verwenden, sondern ablaufen lassen.

 


Ammonium

Ammonium ist ein Hygieneindikator, der auf eine Verunreinigung des Trinkwassers mit Gülle oder anderen tierischen Abfällen hinweist. Ammonium tritt als Abbauprodukt organischer Substanzen auf. Bei einer hohen Ammonium-Konzentration im Trinkwasser können die Nieren geschädigt werden, aber auch das Zentralnervensystem kann beeinflusst werden. Der aktuelle Grenzwert für Ammonium im Trinkwasser beträgt 0,5 mg/l, bei dieser geringen Konzentration sind keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten.

 


Nitrat

In Deutschland werden täglich ca. 150 mg Nitrat mit der Nahrung aufgenommen, wovon etwa 30 % aus dem Trinkwasser stammen. Die Nitratgehalte im Trinkwasser variieren regional. Für Pflanzen ist Nitrat der wichtigste Stickstofflieferant, deshalb führt eine Düngung mit Nitrat (in Form von Mineraldünger aber auch in Form von Gülle und Mist) zu höheren Erträgen. Wird jedoch mehr gedüngt als von den Pflanzen aufgenommen werden kann, wird das überschüssige, wasserlösliche Nitrat in das Grundwasser ausgewaschen. Von Natur aus enthält Grundwasser meist weniger als 10 mg/l, durch Überdüngung liegt dieser Wert mittlerweile teilweise über 50 mg/l, dem aktuellen Grenzwert für Nitrat im Trinkwasser. Wird dieser Wert überschritten, müssen die Wasserversorger entweder unbelastetes Wasser zumischen oder auf andere, nicht belastete Quellen ausweichen. Auch eine entsprechende Aufbereitung im Wasserwerk ist möglich. Gesundheitlich bedenklich ist allerdings nicht das Nitrat selber, dieses ist selbst in der Größenordnung des Grenzwertes ungiftig. Nitrat kann aber zu dem wesentlich gefährlicheren Nitrit umgesetzt werden. In Deutschland enthält das Trinkwasser nach wie vor nur wenig Nitrat, Grenzwertüberschreitungen sind selten. Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung sollte Trinkwasser, das den Grenzwert von 50 mg/l überschreitet nicht genutzt werden!

 


Nitrit

Nitrit entsteht durch die Umsetzung von Nitrat in Nitrit durch Bakterien. Diese Bakterien können im Trinkwasser selbst vorkommen und so bei gleichzeitig erhöhten Nitratwerten zu erhöhten Nitritwerten im Trinkwasser führen. Ein erhöhter Nitritwert kann somit ein Indiz für eine Verunreinigung des Trinkwassers sein. Doch auch im menschlichen Körper kann es durch Bakterien zu einer Umsetzung von Nitrat in Nitrit kommen. Nitrit reagiert mit dem roten Blutfarbstoff (Hämoglobin), so dass dieser dann nicht mehr in der Lage ist, Sauerstoff zu transportieren. Besonders für Säuglinge kann dies gefährlich werden, da das Hämoglobin deutlich stärker mit Nitrit reagiert und nicht wieder in die ursprüngliche Form umgewandelt werden kann. Wenn der Hämoglobin-Nitrit-Komplex (Methämoglobin) über 10 % des Gesamthämoglobins ausmacht, kann es bei Säuglingen zur Blausucht (Zyanose) kommen. Der Grenzwert für Nitrit im Trinkwasser liegt bei 0,5 mg/l.

 


Fluorid

Fluorid ist ein natürlich vorkommendes Spurenelement. Die Aufnahme von geringen Mengen Fluorid kann helfen, Karies vorzubeugen. Eine Aufnahme von hohen Mengen an Fluorid kann zu einer erhöhten Knochenbrüchigkeit, Gelenkveränderungen und Nierenschäden führen. Bei Kindern kann es außerdem zu Zahnschmelzveränderungen kommen. Deshalb sollten Fluoridgaben zur Kariesprophylaxe bei einem Fluoridgehalt des Trinkwassers von mehr als 0,7 mg/l unterbleiben. Der aktuelle Grenzwert für Fluorid im Trinkwasser liegt bei 1,5 mg/l.

 


Sulfat

Sulfate treten natürlicherweise im Wasser auf, dabei liegt die Konzentration von unbeeinflussten Grundwässern bei unter 50 mg/l. Höhere Sulfatgehalte können auf Verunreinigungen mit Gülle, Mist oder Fäkalien hinweisen aber auch geologisch bedingt sein (bei gipshaltigen Böden). Bei einer Sulfatkonzentration von mehr als 500 mg/l sollte das Wasser nicht mehr zur Zubereitung von Säuglingsnahrung verwendet werden, da der Mineralstoffwechsel aufgrund noch nicht voll ausgebildetere Nieren sonst überlastet wäre. Durch hohe Sulfatgehalte kann Beton angegriffen werden. Der aktuelle Grenzwert für Sulfat im Trinkwasser liegt bei 250 mg/l.

 


Calcium / Magnesium

Calcium und Magnesium sind in allen natürlichen Wässern enthalten und sind wichtige Bestandteile unseres Körpers und unserer Ernährung. Um den täglichen Bedarf an Calcium und Magnesium durch die Aufnahme von Wasser zu decken, würden etwa 10 l Wasser pro Tag benötigt. Mineralwässer, die einen hohen Calcium- und Magnesiumgehalt haben, können abführende Wirkung haben. Calcium und Magnesium sind die so genannten „Härtebildner“ im Wasser. Einen Grenzwert für Calcium und Magnesium im Trinkwasser gibt es in Deutschland nicht. „Verkalken“ kann man durch das Trinken von hartem Wasser nicht. Vgl. Gesamthärte

 



Gesamthärte

Die Gesamthärte ist die Summe aller Calcium- und Magnesiumionen im Wasser. Ernährungsphysiologisch ist eine höhere Wasserhärte von Vorteil, da dadurch eine bessere Versorgung mit Calcium und Magnesium gewährleistet wird. Die Begriffe „weiches“ und „hartes“ Wasser gehen auf den englischen Chemiker Thomas Clark zurück, der bemerkte, dass sich calcium- und magnesiumarmes Wasser im Kontakt mit Seife „weich“ anfühlte. Ob das Grundwasser hart oder weich ist, hängt stark von dem Boden ab, in den das Regenwasser versickert. Beim Versickern lösen sich Mineralien aus dem Gestein des Untergrunds, die das Wasser entsprechend der Region unterschiedlich hart machen. Die Wasserhärte wird in „deutsche Härtegrade“ (° dH) angegeben. Sehr weiches Wasser kann dazu führen, dass das Wasser korrosiv wirkt und metallische Leitungsrohre angreift. Sehr hartes Wasser kann zu Kalkablagerungen in Geräten führen. Waschmittel sollten immer der ermittelten Wasserhärte angepasst werden, um die richtige Dosierung zu finden.
Einteilung der Wasserhärte:
0  bis 8,4° dH weich
8,4 bis 14° dH  mittel
über 14° dH  hart

 


pH-Wert

Der pH-Wert ist ein Maß für die Konzentration freier Wasserstoffionen im Wasser, dieser Wert gibt den Säuregrad von Wasser an. Der pH-Wert von Trinkwasser muss laut Trinkwasserverordnung zwischen 6,5 und 9,5 liegen. Bei einem pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 ist das Wasser neutral, unter 6,5 sauer und bei einem Wert über 7,5 basisch. Der pH-Wert gibt auch einen Hinweis auf das Korrosionsverhalten des Wassers. So werden beispielsweise verzinkte Eisenrohre und Kupferrohre bei einem niedrigen pH-Wert angegriffen. Liegt der pH-Wert unter 6,5 kann dies zu einer erhöhten Freisetzung von Schwermetallen führen. Das Trinkwasser sollte unverzüglich entsäuert werden.

 


Leitfähigkeit

Die Leitfähigkeit ist von der Art und Menge der vorhandenen Ionen abhängig und ein Maß für den Mineraliengehalt des Wassers. Reines Wasser ist ein schlechter elektrischer Leiter. Je höher die Ionenkonzentration im Wasser ist, desto leitfähiger wird es. Eine hohe Leitfähigkeit bedeutet also eine hohe Ionenkonzentration. Dies kann ein Zeichen für eine Belastung des Wassers unter anderem mit Schwermetallen sein. Der Grenzwert für die Leitfähigkeit liegt bei 2790 μS/cm bei 25° C (Mikrosiemens pro Zentimeter).